QIDI MAX4 nach 6 Wochen und fast 300 Druckstunden – meine Erfahrungen
Nach rund zwölf Jahren mit meinem alten Anet A6 war es Zeit für einen neuen 3D-Drucker. Meine Anforderungen waren inzwischen allerdings deutlich andere als …
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Nach rund zwölf Jahren mit meinem alten Anet A6 war es Zeit für einen neuen 3D-Drucker. Meine Anforderungen waren inzwischen allerdings deutlich andere als …
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Nach rund zwölf Jahren mit meinem alten Anet A6 war es Zeit für einen neuen 3D-Drucker. Meine Anforderungen waren inzwischen allerdings deutlich andere als damals: Ich wollte einen geschlossenen Drucker, keinen klassischen „Bettschubser“, einen großen Bauraum und eine Maschine, mit der ich möglichst unkompliziert die Dinge drucken kann, die ich im Alltag benötige.
Nach einiger Recherche fiel meine Entscheidung schließlich auf den QIDI MAX4 Combo mit Polar Cooler.
Inzwischen nutze ich den MAX4 seit etwa sechs Wochen – und geschont habe ich ihn in dieser Zeit nicht. 36 Druckjobs mit insgesamt 293 Stunden und 53 Minuten Druckzeit stehen inzwischen zu Buche. Der längste einzelne Druck lief 35 Stunden und 13 Minuten und benötigte dabei 1.073 Gramm PLA.
Zeit also für ein erstes Zwischenfazit.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit meinem eigenen QIDI MAX4. Ich werde ihn aktualisieren, wenn im Laufe der Zeit neue Erfahrungen dazukommen.
Bevor ich den Drucker gekauft habe, habe ich mich erst einmal ausführlich informiert. YouTube, Instagram, verschiedene andere Quellen und auch KI kamen bei meiner Recherche und beim Vergleich verschiedener Geräte zum Einsatz.
Am Ende kamen andere Marken für mich nicht mehr wirklich infrage. Entscheidend waren für mich vor allem das Gesamtpaket und einige konkrete Anforderungen.
Mit seinen 390 × 390 × 340 mm Bauraum bietet mir der MAX4 ausgesprochen viel Platz. Für das, was ich im Alltag benötige, kann ich damit praktisch alles drucken.
PLA und PETG waren für mich von Anfang an besonders wichtig. Mit TPU möchte ich mich zukünftig ebenfalls beschäftigen. Sobald ich damit ausreichend Erfahrung gesammelt habe, werde ich diesen Artikel entsprechend ergänzen.
Mein vorheriger 3D-Drucker war ein Anet A6. Den hatte ich im Laufe der Zeit unter anderem auf Bosch-Profile umgebaut. Er war also längst kein vollständig serienmäßiger A6 mehr.
Und ich möchte über den alten Drucker überhaupt nicht schlecht reden: Er hat mir ungefähr zwölf Jahre lang gute Dienste geleistet.
Aber zwölf Jahre sind in der Entwicklung von 3D-Druckern natürlich eine Ewigkeit. Der Wechsel auf den MAX4 ist entsprechend deutlich zu spüren. Geschwindigkeit, geschlossenes Gehäuse, Druckkonzept und Funktionen wie das automatische Bed-Leveling sind gegenüber meinem alten Drucker ein gewaltiger Technologiesprung.
Die erste Überraschung gab es bereits bei der Lieferung. Der MAX4 wurde per Spedition geliefert und stand tatsächlich schon zwei Tage nach meiner Bestellung vor der Tür.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet – und war entsprechend nicht zu Hause.
Nach einem Telefonat mit der Spedition musste ich deshalb noch das Wochenende abwarten, bevor ein neuer Zustelltermin möglich war. Das war natürlich etwas ärgerlich, allerdings kann man dem Hersteller kaum vorwerfen, dass die Ware zu schnell geliefert wurde.
Spätestens bei der Anlieferung wird einem klar, dass man hier keinen kleinen Desktop-Drucker gekauft hat. Die Verpackung ist entsprechend groß und schwer.
Der Fahrer der Spedition war so freundlich, mir gegen ein kleines Trinkgeld dabei zu helfen, die riesige Kiste in die Wohnung zu bringen.
Ich habe dabei einen großen Vorteil: Ich wohne barrierefrei im Erdgeschoss. Mit mehreren Treppen oder engen Treppenhäusern würde ich mir vorher definitiv Gedanken darüber machen, wie der Drucker an seinen endgültigen Standort kommen soll.
Das anschließende Auspacken konnte ich alleine relativ problemlos erledigen. Allerdings bin ich 1,93 m groß und konnte die große Verpackung dadurch recht gut handhaben. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass kleinere Personen damit größere Schwierigkeiten haben.
Ich würde deshalb im Zweifelsfall eine zweite Person zum Auspacken und Aufstellen dazuholen. Das wird schließlich auch empfohlen und bei einem Gerät dieser Größen- und Gewichtsklasse halte ich das für vernünftig.
Ich wollte keinen Erfahrungsbericht nach drei Benchys schreiben. Deshalb habe ich zunächst einfach mit dem Drucker gearbeitet.
| Bisherige Nutzung | Wert |
|---|---|
| Druckjobs | 36 |
| Gesamte Druckzeit | 293 h 53 min |
| Angezeigter Materialverbrauch | ca. 8,6 kg |
| Längster einzelner Druck | 35 h 13 min |
| Material beim längsten Druck | 1.073 g PLA |
| Bauraum | 390 × 390 × 340 mm |
Das sind umgerechnet bereits mehr als zwölf Tage reine Druckzeit.
Besonders beeindruckt hat mich bisher die Zuverlässigkeit. Der längste Job lief etwas mehr als 35 Stunden am Stück und hat dabei 1.073 Gramm PLA verarbeitet. Der MAX4 hat den Druck schlicht erledigt – ohne Murren.
PETG gehörte zu den Materialien, die für mich beim Kauf besonders wichtig waren. Inzwischen habe ich bereits ungefähr 1,5 kg schwarzes PETG mit dem MAX4 verarbeitet. Das funktionierte bei mir sehr gut und ich hatte dabei keine größeren Schwierigkeiten.
Interessant war allerdings die Haftung auf der Druckplatte. Das PETG haftete teilweise sehr gut – vielleicht sogar etwas zu gut.
Nach einem Druck blieben Reste auf der Metallplatte zurück, die ich zunächst nicht vollständig entfernen konnte. Interessanterweise erledigte sich das Problem anschließend praktisch von selbst. Nach zwei weiteren Druckvorgängen waren die Rückstände verschwunden.
Meine Vermutung ist, dass das erneute Aufheizen der Platte dabei geholfen hat. Belegen kann ich das allerdings nicht – es ist lediglich meine Beobachtung.
Bei PLA habe ich bisher praktisch das gegenteilige Verhalten. Die Druckteile lösen sich bei mir nach dem Druck extrem gut von der Platte.
Wenn ich eine völlig unwissenschaftliche Zahl nennen müsste: zu 99,99999 Prozent perfekt. 😉
Ich muss nicht mit Gewalt am Bauteil arbeiten und hatte bisher keine nennenswerten Probleme beim Ablösen.
Aktuell läuft übrigens wieder ein größeres Projekt aus schwarzem PLA.
Was es wird? Das verrate ich noch nicht.
Der MAX4 ist schnell.
Natürlich ist mein persönlicher Vergleich etwas unfair, denn zwischen meinem alten Anet A6 und dem MAX4 liegen ungefähr zwölf Jahre technische Entwicklung. Trotzdem ist der Unterschied im Alltag enorm.
Wer von einem älteren 3D-Drucker kommt, merkt sehr schnell, wie viel sich inzwischen getan hat. Nicht nur die eigentliche Geschwindigkeit ist eine andere, sondern der gesamte Arbeitsablauf fühlt sich moderner an.
Automatisches Bed-Leveling ist dafür ein gutes Beispiel. Früher gehörte wesentlich mehr manuelle Vorbereitung einfach zum 3D-Drucken dazu. Beim MAX4 möchte ich mittlerweile vor allem eines: Druck starten und das Teil irgendwann fertig aus dem Drucker holen.
Der MAX4 steht bei mir direkt auf Laminat mit Betonboden darunter.
Bei schnellen Druckbewegungen könnte man sich bei einem großen Drucker durchaus Gedanken über Vibrationen machen. In meiner Situation ist das bisher überhaupt kein Problem.
Das Gerät wiegt fast 50 kg. Und nach meiner Erfahrung gilt ziemlich einfach:
Das Ding steht da, wo man es hinstellt.
Gewandert ist bei mir bisher überhaupt nichts. Auch störende Vibrationen nehme ich nicht wahr.
Ich wohne außerdem in einem Haus mit fünf weiteren Parteien. Bislang hat sich niemand wegen Geräuschen oder Vibrationen beschwert. Zumindest bei meinem Aufstellort scheint sich also nichts problematisch durch das Gebäude zu übertragen.
Hier muss man etwas differenzieren: Leise ist der MAX4 nicht.
Ich arbeite im Homeoffice und sitze ungefähr zehn Meter Luftlinie und eine Zimmerecke vom Drucker entfernt. An meinem Arbeitsplatz kann ich den Drucker noch deutlich hören. Gleichzeitig kann ich dort problemlos arbeiten und telefonieren.
Direkt neben dem laufenden MAX4 möchte ich allerdings nicht dauerhaft sitzen.
Ich habe auch ausprobiert, wie es bei einem Telefongespräch aussieht: Befindet man sich in der Nähe des Druckers, kann der Gesprächspartner ihn durchs Telefon hören.
In einem separaten Raum ist die Geräuschentwicklung für mich vollkommen in Ordnung. Als unmittelbaren Schreibtischnachbarn würde ich ihn nicht haben wollen.
Vor dem Kauf hatte ich mehrfach gelesen bzw. gehört, dass der Polar Cooler ziemlich laut sein soll. Das empfinde ich persönlich anders.
Natürlich kann ich ihn hören, aber für mich ist das Geräusch eher ein gleichmäßiges Surren. Dieses Surren empfinde ich nicht als besonders unangenehm.
Das ist allerdings eine subjektive Einschätzung. Andere Menschen können gleichmäßige Lüftergeräusche deutlich störender wahrnehmen als ich. Deshalb würde ich nicht behaupten, der Cooler sei grundsätzlich leise. Ich kann lediglich sagen: Mich persönlich stört sein Geräusch bislang nicht.
An erster Stelle steht für mich momentan tatsächlich die Zuverlässigkeit. Fast 294 Stunden Druckzeit innerhalb von ungefähr sechs Wochen sind noch kein Langzeittest über mehrere Jahre. Es ist aber auch deutlich mehr als ein kurzer Funktionstest.
Ein Erfahrungsbericht wäre ziemlich wertlos, wenn am Ende alles perfekt wäre.
Der bisher offensichtlichste Nachteil ist für mich die Geräuschentwicklung. Der MAX4 ist kein Gerät, das ich mir direkt neben den Arbeitsplatz stellen würde.
Außerdem sollte man die schiere Größe und das Gewicht nicht unterschätzen. Das ist einerseits ein Vorteil, weil man einen enormen Bauraum bekommt und der Drucker sehr stabil steht. Andererseits muss man für das Gerät auch einen geeigneten Platz haben und die Anlieferung entsprechend planen.
Beim PETG hatte ich außerdem das erwähnte Problem mit sehr hartnäckigen Rückständen auf der Druckplatte. Das hat sich zwar von selbst erledigt, gehört für mich aber trotzdem zu meinen bisherigen Erfahrungen.
Nach rund sechs Wochen und 293 Stunden 53 Minuten Druckzeit bin ich mit dem QIDI MAX4 sehr zufrieden.
Der Drucker war für mich kein kleiner Schritt nach vorne, sondern der Wechsel von einem rund zwölf Jahre alten, von mir umgebauten Anet A6 auf eine völlig andere Generation von 3D-Druckern.
Besonders wichtig waren mir ein geschlossenes System, ein sehr großer Bauraum, kein klassischer Bettschubser und eine zuverlässige Verarbeitung von PLA und PETG. Genau das bekomme ich bisher.
Der MAX4 ist groß, schwer und nicht gerade flüsterleise. Dafür steht er bei mir wie ein Fels, druckt schnell und hat auch einen mehr als 35 Stunden dauernden Druckjob mit über einem Kilogramm Filament ohne Murren erledigt.
Für meine Anforderungen stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis bisher. Ich würde mich nach meinen bisherigen Erfahrungen wieder für den MAX4 entscheiden.
Ob ich das nach 500, 1.000 oder 2.000 Druckstunden immer noch sage, wird sich zeigen. Genau deshalb ist dieser Artikel nicht abgeschlossen.
Als Nächstes stehen weitere PLA- und PETG-Projekte an. Später möchte ich außerdem TPU ausprobieren und meine Erfahrungen hier ergänzen.
Und dann wäre da noch die schwarze PLA-Figur, die gerade entsteht …
Was das wird, verrate ich erst, wenn sie fertig ist.
Transparenz: Den in diesem Artikel beschriebenen QIDI MAX4 habe ich selbst gekauft. Der Beitrag basiert auf meinen eigenen Erfahrungen mit dem Gerät und wird bei neuen Erkenntnissen aktualisiert.